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Wenn Ärzte falsch liegen

Nicht immer sollte man blind auf die Diagnosen seines Hausarztes vertrauen. Denn wie jetzt einschlägige Studien zeigen, liegt der Mediziner in jeder zehnten, möglicherweise sogar in jeder siebten Untersuchung mit seinen Einschätzungen falsch und gefährdet damit die Gesundheit des Patienten gravierend. Allerdings liegt die Schuld nicht unbedingt bei dem Arzt.

Oftmals geben Patienten falsche Angaben an, erfinden Symptome oder weigern sich, notwendige Tests durchzuführen, deren Ergebnisse meistens die Voraussetzung für eine richtige Diagnose sind, oder aber der Arzt steht unter Zeitmangel wegen finanzieller Probleme oder leidet unter dem Nacht- bzw. Schichtdienst. All diese Faktoren verringern die Wahrscheinlichkeit, dass die richtige Krankheit diagnostiziert wird.

Ein exaktes Zusammenspiel zwischen Arzt und Patient muss möglich sein, damit auf einer vertrauensvollen und einer echten Basis von Vorerkrankungen die Diagnose gestellt werden kann. Schon kleinere Abweichungen der Krankheitsgeschichte oder der erblichen Vorgeschichte können zu einer negativen Beeinflussung führen: Deshalb gilt es, wirklich alle Informationen zu geben, die für den Arzt relevant sein können.

Nicht zu vergessen sind auch Allergien, die häufig unter den Tisch fallen gelassen werden, obwohl es hierdurch zu unerwünschten Nebenwirkungen bei einer Medikamenteneinnahme kommen kann, bei der sich gewundert wird, warum diese nicht hilft, sondern zusätzliche Störungen auftreten lässt.

Laut einer amerikanischen Untersuchung sind dennoch für rund 80 % der Diagnosefehler kognitive Fehleinschätzungen der Ärzte verantwortlich, was primär betrachtet eigentlich kein Wunder ist, da der Arzt seinen Patienten bei seiner Symptom-Beschreibung im Durchschnitt schon nach 18 Sekunden unterbricht. In dieser kurzen Zeit haben die meisten Mediziner schon eine Vorstellung von einer möglichen Krankheit und der dafür nötigen Therapie, so glauben zumindest die Ärzte. Aus psychologischer Sicht bedeutet diese erste Festlegung meist auch die endgültige Diagnose, sodass alternative oder seltene Krankheiten gar nicht erst in Erwägung gezogen werden. Zudem ist das Verhältnis zwischen Arzt und Patient nicht immer unvoreingenommen, sodass das notwendige Zuhören und Nachdenken des Mediziners oft vernachlässigt bzw. getrübt wird. Wie Forschungen zeigen, werden Menschen auf der oberen sozialen Stufenleiter, also angesehene und wohlhabende Patienten, überdurchschnittlich gut behandelt, teilweise werden sogar Untersuchungen, aus denen eindeutige und eigentlich zweifellose Ergebnisse resultierten, wiederholt, um eine fehlerhafte Enddiagnose zu vermeiden. Der emotionale Faktor des Mediziners ist somit nicht zu vernachlässigen, wenn es um die Entstehung einer möglicherweise lebenswichtigen Einschätzung geht.

Um die Gesundheit des durchschnittlichen Patienten jedoch wiederherzustellen und nicht gar zu gefährden, wie es in zehn bis fünfzehn Prozent der Fälle ist, wurden mittlerweile Leitlinien eingerichtet, die von den Ärzten befolgt werden sollen, um das Risiko der Fehleinschätzung zu verringern. Was in der Theorie gut klingt, muss jedoch nicht in der Praxis funktionieren. Angesichts der Idee, den Ärzten Computer zur Hilfe zu stellen, die nach Beschreibung der Symptome mögliche Krankheiten vorschlagen, stößt insbesondere bei den Medizinern auf ethische Probleme. Es bleibt jedoch fraglich, ob diese Leitlinien und Ideen auch auf Widerstand bei dem Patienten stoßen, wenn dieser sich im Gegenzug sicher sein kann, sich bald wieder bei bester Gesundheit zu wissen, anstatt im schlimmsten Fall auf dem Tisch der Pathologie.

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